Konzertgitarre

 

 

Der Korpus einer hochwertigen Konzertgitarre wird in der Regel aus massiven Palisanderholz gebaut. Besonders begehrt ist hier der geschützte Rio-Palisander. Daneben werden verschiedene Mahagoniarten, Ovangkol, und auch heimische Hölzer wie Ahorn oder Kirsche für den Bau von Boden und Zargen verwendet. Auch sehr exotische Hölzer wie das an Rio-Palisander erinnernde Zirikote werden verbaut. Für die Decke wird besonders fein gewachsenes Fichten- oder Rotzedernholz verwendet. Der Hals besteht aus Cedro, Ahorn oder Mahagoni, das Griffbrett aus Ebenholz oder Palisander. Für die verschiedenen Einlegearbeiten um das Schallloch und am Rand werden auch verschiedenste andere exotische und einheimische Hölzer benutzt.

Hochwertige Konzertgitarren werden mit Schellack handpoliert. Mit diesem natürlichen Harz wurden früher auch Möbel lackiert. Schellack hat den Vorteil, dass er jederzeit wieder auf Hochglanz poliert werden kann und kleine Kratzer dadurch wieder verschwinden. Vor allem aber stellt er den dünnst-möglichen Oberflächenschutz für das Holz dar, ermöglicht der Decke also weitgehend ungehindertes Schwingen. Allerdings verlangt Schellack eine konsequente Pflege und Nachpolitur, um nicht unansehnlich stumpf auszusehen. Lackierungen mit unempfindlicheren Nitrolacken sind inzwischen bei hochwertigen Instrumenten ebenfalls üblich.

Die Konzertgitarre hat im Vergleich zur Western- und E-Gitarre ein breiteres Griffbrett. Die drei Basssaiten sind aus Nylonseide und mit Kupfer- oder Silberdraht umsponnen, gelegentlich auch die 3. (g-)Saite. Die drei (bzw. zwei) Melodiesaiten oder besser Diskantsaiten sind aus massivem Nylon. Seit einiger Zeit wird für sie auch Polyvinylidenfluorid (PVDF) benutzt, ein Material, das eine deutlich höhere Dichte als Nylon aufweist. Die Saiten sind daher bei gleicher Tonhöhe dünner und somit „lebendiger“ und reaktionsfreudiger (unter Gitarristen werden diese die PVDF-Saiten auch „Carbonsaiten“ genannt). Es gibt immer noch alte Konzertgitarren, die mit Darmsaiten bespannt sind. Diese bestehen heutzutage aus Schafsdarm.

Die ersten Konzertgitarren von heutiger Größe finden sich ab Mitte der 19. Jahrhunderts in Spanien. Der wohl wichtigste Gitarrenbauer jener Epoche hieß Antonio de Torres. In Deutschland wurde die Bauform nach Torres maßgeblich von Hermann Hauser (I) umgesetzt und verbreitet. Andrés Segovia besaß Gitarren von Hermann Hauser (I) und dessen Sohn und Enkel.