
Das Clavichord ist ein Tasteninstrument, dessen Klangerzeugungsprinzip darauf beruht, dass Saiten mittels sog. Tangenten angeschlagen und abgeteilt werden. Die Tangenten, schmale Metallstifte, sitzen dabei direkt an den verlängerten Tasten. Der Ton klingt genau solange die Taste gedrückt ist, also die Tangente an der Saite anliegt. Das Clavichord spielte im gesamten 17. und 18. Jahrhundert eine große Rolle in der häuslichen Musik. Es ist vergleichsweise leise und wird daher nicht für Aufführungen im großen Rahmen benutzt.
Als einziges mechanisches Tasteninstrument bietet das Clavichord die Möglichkeit der Tonbeeinflussung auch noch nach dem Anschlagen, z. B. durch "Bebung". Wird die Taste losgelassen, löst sich auch die Tangente wieder von der Saite, wodurch der klingende und der mit einem Filzstreifen abgedämpfte Teil der Saite wieder zusammenfallen und der Dämpfungseffekt eintritt.
Das Clavichord ist eines der ältesten besaiteten Tasteninstrumente und ging aus dem Monochord hervor, einem Mess- und Demonstrationsinstrument des Altertums. Der Name Clavichord wurde erstmals 1396 erwähnt. Das älteste erhaltene Clavichord, gebaut 1543, befindet sich im Musikinstrumentenmuseum in Leipzig. Bis zum 18. Jahrhundert war das Instrument in ganz Europa weit verbreitet.
Nahezu alle bis zur Frühklassik geschriebene Musik für Tasteninstrumente kann auf dem Clavichord gespielt werden. Es ist dagegen schlecht geeignet für Oktavgänge, große Sprünge, virtuose Läufe und schnelle Akkordwiederholungen. Der wichtigste Komponist für Clavichord war Carl Philipp Emanuel Bach.
Aus Kosten- und Platzgründen waren Clavichorde oft gebunden disponiert, d.h. benachbarte Tasten benutzen dieselbe Saite bzw. (bei mehrchöriger Bespannung) Saitengruppe. Der direkten Ersparnis von Saiten steht der Nachteil gegenüber, dass die Töne einer Bindung nicht gleichzeitig gespielt werden können. Man bindet daher nur direkt benachbarte Halbtöne, die in der Musik der Zeit nie gleichzeitig erklingen.